Landschaft im Winter

Der Winter hat schon ein erstes, kurzes Gastspiel gegeben. Schnee und Eis bedecken die Natur.

Der Himmel leuchtet im klaren Blau, Strukturen treten feingezeichnet hervor, die Sonne wirft lange Schatten, Stille umhüllt die Landschaft, das Leben ruht.

Ostersee im Winter, 2024, Acryl a. L., 80*60 cm © Gabriele Riedel
Ostersee im Winter, 2024, Acryl a. L., 80*60 cm

Auch die Landschaft kleidet sich in vielschichtige Blautöne. Selbst die Schatten zeigen sich im zarten Eisblau bis hin zu tiefem Indigo.

Ich mag diese Stimmung. Es zieht mich hinaus zur Motivsuche, ich mache lange Spaziergänge um den Winter mit allen Sinnen zu erleben.

Alte Bäume ragen in den Himmel.

Winterstarre, 2024, Acryl a. L., 100*40 cm © Gabriele Riedel
Winterstarre, 2024, Acryl a. L., 100*40 cm

Der Schnee drückt sie schwer nieder, Äste brechen unter dieser Last. Sie tragen Wunden und stellen sich gefühlte Ewigkeiten den Widrigkeiten von Wind und Wetter entgegen.

Für mich sind sie stumme Zeugen uralter Geschichten.

Ende einer Utopie?

Die Nachrichten sind mal wieder deprimierend. Bilder von Zerstörung und von Menschen, die alles verloren haben.

Krieg als Konfliktlösung scheint wieder salonfähig. Diplomatie gilt als Schwäche, Frieden als Illusion. Was bleibt, ist die Spirale: Bedrohung, Gegenangriff, Vernichtung – und die Frage, die niemand laut stellt: Kann es am Ende wirklich Sieger geben? Und zu welchem Preis?

Ende einer Utopie ? | Acrylmalerei | 70*70 cm | Okt. 2023 | © Gabriele Riedel Art
Ende einer Utopie ? | Okt. 2023 © Gabriele Riedel Art

Das Leid trifft immer zuerst die Zivilbevölkerung. Es geht nicht nur um den Verlust von Menschen, sondern auch sondern auch um den Verlust eines menschenwürdigen Daseins, einer Zukunftsperspektive für die nachfolgenden Generationen. Ein friedliches Miteinander scheint in weiter Ferne.

Und dahinter stecken skrupellose Menschen, die Krieg als Werkzeug benutzen, Ressourcen als Beute betrachten und Menschenleben als Verfügungsmasse.

Dazu kommt: Der Planet selbst scheint aus dem Gleichgewicht geraten. Ob Erdbeben, Dürren oder Überschwemmungen – nicht alles menschengemacht – trotzdem, wir haben ein globales Problem! Wir haben die Bedingungen geschaffen, unter denen das Klima kippt. Auch das ist eine Form von Krieg – gegen die eigene Lebensgrundlage.

Ich erinnere mich noch gut, wie es sich anfühlte, an etwas zu glauben. Meine Generation ist mit Visionen aufgewachsen – Frieden, Gerechtigkeit, ein Leben im Einklang mit der Natur, Würde für alle Menschen auf diesem Planeten. Manches davon klingt heute tatsächlich naiv. Aber war es das?

Ich bin traurig. Ich bin wütend. Ich fühle mich ohnmächtig – und gleichzeitig weigere ich mich, denen das letzte Wort zu lassen, die glauben, alles im Griff zu haben.

Die Geschichte ist noch nicht zu Ende geschrieben.

„Utopie ist Denken nach vorn.” – Ernst Bloch

Mein Garten als Quelle der Inspiration

„In einem Garten ging das Paradies verloren, in einem Garten wird es wiedergefunden“

Blaise Pascal

Ich überlasse mich dem Summen der Insekten und tauche ein in eine vielfältige Welt aus Blüten im schillerndsten Gewand, verführerischen Düften, und tanzenden Sonnenstrahlen. Der schönste Gartenmonat ist für mich der Mai. Dann bietet sich die Natur in ihrer unerschöpflichen Vielfalt, eine wahre Farben- und Formenpracht, belebt von einer Vielzahl an Vögeln und Insekten. Jetzt finde ich kaum Zeit zum Malen, denn der Garten ruft mit aller Macht !

Von Frühjahr bis zum Herbst fließt ein großer Teil meiner kreativen Energie in meinen Garten. Nicht nur die Blütenstauden möchten gehegt und gepflegt werden, da gibt es auch noch Gemüse vorzuziehen, die Ernte und das Verarbeiten, Sträucher zu beschneiden und vieles mehr.

Gemüsegarten Fotos von Gabriele Riedel
Der kleine Gemüsegarten

Die Kunst hierbei besteht darin, als Mensch so wenig wie möglich und doch so oft wie nötig einzugreifen. Ein steter Kreislauf aus Wachstum und Vergehen. Ich könnte ein Loblied auf die Gartenarbeit anstimmen und doch gibt es Tage wo mir die Pflanzenwelt buchstäblich über den Kopf wächst.

Gemüsegarten Fotos von Gabriele Riedel
Bei der Ernte

Da ist tatkräftige Mithilfe sehr erwünscht.

 

 

 

Wasser kennt viele Sprachen.

Es ist Lebenselexier, kann uns aufwühlen, mitreißen oder uns zur Meditation einladen.

Und manchmal tritt es in seiner vollen Gewalt auf und erinnert uns daran, wie klein wir sind.

Die Badende, 2023, Acryl a. L., 80*60 cm © Gabriele Riedel
Die Badende / 2023 / Acryl a. L. / 80*60 cm

Immer wieder zieht es mich an den Atlantischen Ozean. Seine ungezähmte Kraft, der endlose Horizont, das ewige Rauschen – all das übt eine Faszination aus, der ich mich nicht entziehen kann.

Ich verliere mich in der Betrachtung der Wellen, lasse alle Gedanken los und bestaune die Schönheit der Felslandschaft, die sich seit Jahrmillionen dem wilden Wasser entgegenstellt.

Atlantico / 2022 / Acryl a. L. / 95*140 cm © Gabriele Riedel
Atlantico / 2022 / Acryl a. L. / 95*140 cm © Gabriele Riedel

Ich tauche ein in das Rollen der Brandung, suche keine Ablenkung mehr und bin mit allen Sinnen endlich am Meer.

Die Letzten ihrer Art

Gletscher mögen weit entfernt erscheinen, doch wirken sie in vielfältiger Weise auf das Leben unseres Planten ein. Als Teil des Kühlsystems der Erde helfen sie die globalen Temperaturen zu regulieren und sind in vielen Regionen bedeutende Süßwasserspeicher.

Glaciares Perito Moreno, Patagonia 2013 © Foto: Gabriele Riedel
Glaciares Perito Moreno, Patagonia 2013 © Foto: Gabriele Riedel

Ich fürchte, es wird sie in wenigen Jahrzehnten nicht mehr geben, diese hoch aufragenden, leuchtend blauen Eismassive.

Jahrtausende alte Gletscher schmelzen in wenigen Jahrzehnten, doch wir machen weiter wie bisher?

In der Antarktis ist Eis mit einer Dicke bis zu drei Kilometern keine Seltenheit. Aus 3500 Metern Tiefe wurden Eiskerne gezogen, die auf das Alter eines Gletschers von rund 900.000 Jahren schließen lassen.
Quelle: https://www.planet-wissen.de/

„Die Letzten Ihrer Art“ ist eine Verbeugung, – vor einer grandiosen Landschaft und seltsam, urzeitlichen Gestalten, – die dem Untergang geweiht sind.

Gewaltige Gletscher, eisblaue Vielfalt, unendliche Weite fernab der Zivilisation, erhabene Stille, durchbrochen vom Knacken und Ächzen der Eismassive. Diese Regionen scheinen für immer verloren zu sein.

„Die Letzten ihrer Art“, Glaciares Perito Moreno, Eisberge 2023, Acryl a. L., 80*60 cm
„Die Letzten ihrer Art“, 2023, Acryl a. L., 80*60 cm

Die Idee zu dieser Serie entstand Anfang des Jahres in Erinnerung an meine Reise zum Perito Moreno Gletscher in Patagonien, 2013. Ich werde diese monumentale Naturlandschaft am Ende der Welt nie vergessen.

Mein künstlerischer Beitrag zum Thema WASSER, eine Gemeinschaftsausstellung des Kunstforums Weilheim e. V. im Stadtmuseum Weilheim.

Perspektivwechsel

Canarias, Tenerife, Orotava Foto: Gabriele Riedel Art

Bedeutet für mich meine gewohnten Wege zu verlassen, ich lasse mich ein auf das Unbekannte und schaffe neue Frei-Räume in meinem Kopf. Und mache mich frei von der täglichen Informationsflut und der allgegenwärtigen Angst. Ich beschließe dem Frühling engegen zu reisen.

Teno Gebirge, Tenerife, Teneriffa Foto: Gabriele Riedel
Teno Gebirge, Teneriffa

Endlich wieder den Blick auf die Weite des Ozeans richten und Sonne und Kraft tanken. Ich fühle mich ganz klein in Anbetracht des schlafenden Vulkans und der Wanderung auf einsamen, alten Pfaden hoch oben in den zerklüfteten Bergen. Welche Menschen sind diese verlassenen Wege wohl über die Jahrhunderte gegangen?

Kakteenhang im Teno Gebirge, Teneriffa Foto: Gabriele Riedel

An steilen Hängen am Wegesrand wachsen Kakteen in Schräglage unter widrigsten Bedingungen und aus den Felspalten drängen sich seltsame Rosetten ans Licht.

Blühende Sukkulente, Tenerife, Teneriffa Foto: Gabriele Riedel

An der nächsten Biegung dann ein unverhoffter Ausblick über die Wolken zur Nachbarinsel …

Teno Gebirge,Blick auf la Gomera, Tenerife, Teneriffa Foto: Gabriele Riedel
Teno Gebirge Blick auf La Gomera, Teneriffa

Auf dem Weg in die Ebene wandle ich staunend durch einen uralten Zauberwald aus mannshohen Erikabäumen.

Erikawald, Tenerife, Teneriffa

Und entdecke die seltene, rote Glockenblume, die nur auf den Kanarischen Inseln wächst.

Canarina canariensis, Kanarische Glockenblume, Teneriffa, Tenerife Foto: Gabriele Riedel

Im Botanischer Garten widerum begegne ich tropischen und subtropischen Schönheiten in einer unbeschreiblichen Farben- und Formenvielfalt.

Jardin Botanico, Botanischer Garten, Teneriffa, Tenerife Foto: Gabriele Riedel
Botanischer Garten, Teneriffa

Strelitzie, Botanischer Garten, Teneriffa, Tenerife Foto: Gabriele Riedel

Mimose, Botanischer Garten, Teneriffa, Tenerife Foto: Gabriele Riedel

Fehlt noch der Ausblick auf den Atlantischen Ozean. Doch der Weg ans Ziel ist streckenweise etwas abenteuerlich.

Kakteen am Strand, tenerife, Teneriffa Foto: Gabriele Riedel

Ich verliere mich in der Betrachtung der Wellen, lasse alle Gedanken los und bestaune die Schönheit der Felslandschaft, die sich seit Jahrmillionen dem wilden Wasser entgegenstellt.

Atlantico, Atlantik Puerto de la Cruz, Teneriffa, Tenerife Foto: Gabriele Riedel
Puerto de la Cruz, Teneriffa,

Ich tauche ein in das Rollen der Brandung, suche keine Ablenkung mehr und bin mit allen Sinnen endlich am Meer.

Atlantico, Teneriffa, Tenerife Foto: Gabriele Riedel
El Atlantico

Ein letzter Blick auf das Wahrzeichen der Insel Teneriffa, El Teide, der schlafende Vulkan. Am Abend ist das Licht dort besonders magisch.

El Teide im Abendlicht, Tenerife, Teneriffa Foto: Gabriele Riedel
El Teide im Abendlicht, Teneriffa

Die kanarischen Inseln gehören zu meinen Sehnsuchtsorten, ich komme immer wieder gerne dorthin zurück. Vieles hat sich in den vergangenen Jahrzehnten verändert, nicht unbedingt zum Guten. Trotzdem kann ich mich der Magie dieser Inseln nicht entziehen. Atemberaubende Landschaften, teilweise menschenleer und einzigartig.  Hier fühle ich mich den Urgewalten nah und habe Respekt vor der Natur, die mir so stark und unbesiegbar erscheint.

Und so gibt es im Monat März meine fotografischen Erinnerungen zu sehen, eine meiner vielen Inspirationsquellen.

Hasta Pronto Islas Canarias!

 

 

Das kleine Format

In diesen turbulenten Zeiten erscheint mir der Hang zur Größe irgendwie unpassend.

Verschwenderisch, laut, protzig – dabei müssen wir uns doch alle mit einer unbequemen Wahrheit anfreunden, dass Beschränkung keine Niederlage ist, sondern Notwendigkeit.

Und so wende ich mich den kleinen Formaten zu, weil die großen Dinge in mir derzeit ein Gefühl von Ohnmacht und Hilflosigkeit erzeugen. Sind es nicht die kleinen Dinge im Alltag die uns berühren und uns eine Ahnung von der Unendlichkeit der Schöpfung geben?

Unendlichkeit, 2022, Acryl a. L., 30*30 cm © Gabriele Riedel
Unendlichkeit, 2022, Acryl a. L., 30*30 cm

Kleine Formate erlauben mir, meine Ideen spontaner umzusetzen. Bildideen, die ich schon lange in mir trage, finden so schneller ihren Weg auf die Leinwand.

Te a la menthe, 2022, Acryl a. L., 40*40 cm © Gabriele Riedel
Te a la menthe, 2022, Acryl a. L., 40*40 cm

Flüchtige Momente, Lichtspiele in der Nacht, Sehnsucht nach Reisen an magische Orte …

Le Bleu du Marrakesh, 2022, Acryl a. L., 30*30 cm © Gabriele Riedel
Le Bleu du Marrakesh, 2022, Acryl a. L., 30*30 cm

… oder die Erinnerung an farbenfrohe marokkanische Schuh-Kunstwerke, die ich so nie wieder gesehen habe.

Babouches, 2022, Acryl a. L., 30*30 cm © Gabriele Riedel
Babouches, 2022, Acryl a. L., 30*30 cm

 

 

 

Kinder im Krieg

Der Irrsinn des Krieges in der Ukraine nimmt kein Ende, Atomkraftwerke werden bombadiert, Russland droht mit atomaren Waffen und von Friedensverhandlungen kann keine Rede sein.

Wahrheit oder Fälschung?

Kriegskinder / 2022 / Acryl a. L. / 70*100
Kriegskinder / 2022 / Acryl a. L. / 70*100

Beim Surfen im Netz bin ich auf einer Instagramseite auf diese beiden Kinder im Angesicht der heranrückenden Armee gestoßen.  Inzwischen ist das Original nicht mehr auffindbar. Was auch irgendwie gleichgültig ist, da das Foto schon bei genauerer Betrachtung eine Fotomontage war. Ein salutierender Junge mit Spielzeuggewehr.

Welche Absicht hatte der Autor dieses Postings im Netz? Glorifizierung des Patriotismus oder kritische Distanz? Die Intention bleibt im Dunkeln. Aus meiner Sicht wird mit jedem Krieg eine Endlosspirale aus Haß und Gewalt aufs Neue befeuert.

Kinder transportieren Emotionen und werden bevorzugt in der medialen Bildsprache eingesetzt. Einerseits wird dadurch unser Mitgefühl verstärkt angesprochen, weil sie die Schwächsten unserer Gesellschaft sind. Andererseits bietet es sich geradezu an, die mediale Bildsprache zu hinterfragen, diese im Malprozess weiter zu verfremden und somit eine neue Perspektive einfließen zu lassen.

Marmor, von der Idee zur Form

ein guter Geist aus Marmor
Der gute Geist, Statuario Marmor, 2022

Der Monat Mai stand ganz im Zeichen der Form. Die Vorbereitung auf das Bildhauercamp in Azzano (Italien) füllte die Wochen: Ideensuche, Ideenfindung, der Aufbau eines Modells, das mir später bei der Arbeit in Marmor als Orientierung dienen sollte. Denn beim Stein gilt: Was weg ist, ist weg. Man sollte sich also gut überlegen, was man weghaut – bevor man zum ersten Mal ansetzt.

Die Grundidee dieser Gartenskulptur war es, ein schützendes Wesen zu gestalten, inspiriert vom Qi-Gong-Prinzip: „Unten schwer und oben leicht.”

Der Prozess

Ich hatte noch einen Block aus Statuario-Marmor, der auf seine Formgebung wartete. Dieser Marmor wird ausschließlich in den Steinbrüchen von Carrara abgebaut und ist unter Bildhauern hoch geschätzt. Sein zartes Weiß und die feine, kristalline, lichtdurchlässige Struktur entfalten besonders im Licht eine ganz eigene, magische Wirkung.

Das Campo und die Umgebung

Eine wilde und grandiose Umgebung, ein kleines Bergdorf – tagsüber Hitze, Lärm und Staub, abends Feierstunden mit Blick auf die Ebene und das Meer, dazu Glühwürmchen Nächte, die man so schnell nicht mehr vergisst.

Das Ergebnis

Konzentrierte Arbeit im Kreis von Künstlerinnen und Künstlern – mit Maschinen und mit der Hand, begleitet von erfahrenen Bildhauern und bereichert durch angeregte Gespräche mit Menschen aus verschiedenen Nationen. Das Weltgeschehen und seine Krisen streiften uns dabei nur am Rande. Im Mittelpunkt stand die Arbeit am Stein: die Formgebung, die persönlichen Höhen und Tiefen bei der Arbeit am Stein.

Und im gemeinsamen Tun lernt man sich in diesen zwei Wochen ganz anders kennen – unverstellter, ehrlicher, offener. Es war eine sehr schöne Zeit.

Simple Recycling

Bemalte Zaunlatten

Spielerische Kreativität entfalten

Ich recycle gerne all die Materialien, die sich im Laufe der Zeit so ansammeln. Die farbigen Spitzhüte sind aus alten gepressten Kartons entstanden, die bemalten und getauchten Papiertüten sind inzwischen begehrte Geschenkverpackungen und gebrauchte Schachteln, verwandeln sich in wunderbare, phantasievolle Behältnisse. Nicht zu vergessen die alten Latten die so manchen langweiligen Gartenzaun in einen Blickfang verzaubern können.

Kreativität entsteht nicht zuletzt auch aus dem absichtslosen Spielen mit Materialien und Farben und Formen. Lassen Sie sich inspirieren und spielen Sie alleine oder auch mit Freunden und Familie.