Liebe Kunstinteressierte,
an den nachfolgenden Terminen gibt es einzelne oder mehrere, aber niemals die gleichen Bilder von mir zu sehen. Ich würde mich sehr freuen Dich, Sie, Euch an dem einen oder anderen Ort zu begrüßen, oder auch kennenzulernen zu können.
11. Juli 2026, Sa. 11-12.15 Uhr,
Stadtpfarrkirche Mariä Himmelfahrt Weilheim
Im Rahmen des 15. Weilheimer Orgelsommer spielt die Organistin Beatrice Menz-Hermann eine freie Orgelimprovisation. Inspiriert durch mein Bild “Waldsee” nimmt Sie uns mit auf eine Klangreise.
Der “Waldsee” selbst wird vor dem Altarraum zu sehen sein. Für mich persönlich ist die Einladung eine große Freude und Ehre.
Waldsee, 2020, / Acryl a. L. / 140*100 cm
(Eintritt frei um Spenden wird gebeten)
8. bis 23. August 2026, Di.- So. 14-18 Uhr :
Im Blauen Haus, in Dießen, Prinz-Ludwig-Straße 23
WERKSCHAU – Das Kunstforum Weilheim stellt aus. 40 Künstlerinnen und Künstler aus der Stadt und dem weiten Umland (u.a. ich) zeigen ihre Werke. Zu sehen sind Malerei, Plastiken, Fotografien und Installationen.
Vernissage 8. August um 19 Uhr.
Ich bin am So. den 9. August von 14-18 Uhr persönlich anwesend.
19. und 20. September Ateliertage 2026
Kunstforum Weilheim
Im Rahmen der Ateliertage öffne ich meinen verzauberten Garten und stelle dort und im Haus meine Werke aus.
Man muss sie suchen, sie haben keinen materiellen Wert, denn man kann sie nicht kaufen.
Sie sind nicht immer einfach zu finden, umso größer ist die Freude wenn man auf sie trifft.
Strandmuschel im Sonnenuntergang, Acrylbild, 30*30 cm
Vielleicht fühlen wir uns deshalb reich wenn wir sie sammeln, es macht uns Freude sie zu betrachten, wir behandeln sie sogar wie kleine Schätze. Egal wie alt wir sind. Sie sind für uns alle zugänglich und erinnern uns an glückliche Momente.
Kleinigkeiten haben oft große Bedeutungen.
Blaue Strandmuschel, Acrylbild, 30*30 cm,
Ich nehme sie in die Hand und betrachte sie und denke mir warum eigentlich nicht malen? Die kleinen Dinge werden gerne übersehen in einer Zeit in der das Schrille, Laute, Expressive den Ton angibt.
Insbesondere in diesen größenwahnsinnigen Zeiten, alle ringen um Aufmerksamkeit, wollen gesehen werden. Ich mag da nicht ständig mithalten müssen, der digitale Lärm geht mir zeitweise richtig auf die Nerven.
Ich erinnere mich immer wieder gerne an diese Momente
als ich versunken am Strand saß und meine kleinen Schätze gezeichnet habe.
Strandmuschel, Bleistiftzeichnung, 17*17 cm
Solche Augenblicke bleiben für immer lebendig, ich kann mich noch gut an den Ort und die Stimmung erinnern. Es ist so ganz anders zu zeichnen und zu verweilen, als ein schnelles Foto mit dem Handy zu machen. Das ist meine Meditation und nebenbei auch immer eine gute Übung im genauen Betrachten.
Demnächst sind diese Bilder dann auch zu sehen
im Blauen Haus in Diessen anlässlich der WERKSCHAU des Kunstforums Weilheim.
Rosa Strandmuschel, Acrylbild, Acrylpainting, 30*30 cm
WERKSCHAU – Das Kunstforum Weilheim im Blauen Haus, Dießen
Vom 8. bis 23. August 2026 : Im Blauen Haus, Prinz-Ludwig-Straße 23,
zeigen 40 Künstlerinnen und Künstler aus der Stadt und dem weiten Umland ihre Werke. Zu sehen sind Malerei, Plastiken, Fotografien und Installationen.
Das Schönste am Garten ist der stete Wandel mit täglich neuen Überraschungen.
Nicht alles wird dem Zufall überlassen. Ich grabe aus und pflanze um, experimentiere mit Licht und Schatten, Blattstrukturen und Pflanzenformen, kombiniere Farbtöne …
Der Garten ist groß und die Möglichkeiten sind vielfältig.
“Der gute Geist”, 60*38 cm, Statuario Marmor
Meine Skulpturen finden immer wieder einen neuen Platz mit farblich, wechselnder Begleitung. So wird auch die schönste Form, mit der Zeit vom Grün umschlungen.
Die Objekte sind gerade so schwer, dass ich sie noch selbst heben und herumtragen kann. Das ist im Übrigen auch eine wesentliche Voraussetzung in der Bildhauerei. Falls man so wie ich, keinen Lastenkran oder ähnliche kraftsparenden Hilfsmittel zur Hand hat. Denn die Steine wollen gedreht und gewendet werden, damit sie von allen Seiten bearbeitet werden können.
“La Luna”, Gartenskulptur aus Statuario Marmor
Mit Ausnahme von La Luna, sie steht fest auf einem 300 Jahre alten Eichenbalken. Das gute, alte Stück Holz hat schon viel gesehen und bietet nun einer Vielzahl von Insekten eine neue Heimat und ist dadurch dem langsamen Verfall preisgegeben.
“Füllhorn”, Marmor liebt das Licht
Das kann dem Marmor nicht so schnell passieren und ich finde es auch irgendwie tröstlich, dass mit etwas Glück meine Skulpturen Jahrzehnte, wenn nicht sogar Jahrhunderte überdauern können, wenn sich schon längst keiner mehr an mich und meine künstlerischen Experimente erinnern wird.
Zylinder aus Zement, Gips, Karton und Acryl
Ganz anders meine Spielereien aus Karton, Gips und Zement.
Sie sind Objekten im Garten der Phantasie von Andre Heller in Marrakesh nachempfunden und weil es einfach schnell gehen sollte und ich wissen wollte ob ich das auch so hinbekomme, wurde daraus eine spontane Aktion mit farbenfrohen Ergebnis, aber nichts für die Ewigkeit.
“Korallenfisch”, Keramik und Acryllack
Zurück zu meinen Anfängen, in meinem Fall die Keramik, sozusagen meine künstlerische Erweckung vor vielen Jahrzehnten. Wenn es sich ergibt und ich ein Stück Ton in den Händen halte, dann lege ich los und mixe munter allerlei Materialien. Hier ein Stück Korallenskelett und Acrylfarbe aus der Sprühdose.
Bodenvasen, Steinzeug, engobiert
Meine Bodenvasen, die ältesten, erhaltenen Zeugnisse meiner Kunst.
Sie trotzen seit über 40 Jahren Wind und Wetter und sind am Ende meiner ersten Schwangerschaft auf der Fussschubscheibe erstanden. Kleine Meisterstücke, auf die ich noch immer stolz bin.
Ein altes Mühlrad mit den Füßen gleichmässig am Laufen zu halten und gleichzeitig mehrere Kilo Ton im Zentrum der Töpferscheibe nach oben zu ziehen – das machen mir nicht so viele nach 😉 . Abgesehen davon, dass ich das Ganze mit einem enormen Bauchumfang bewältigt habe. Und ganz klar die Form ist absichtlich unrund, weil genauso hat sich auch mein Bauch angefühlt.
Ich reise gerne spontan und mit möglichst wenig Aufwand. Bevorzugt in den Süden, in die Wärme und ans Meer.
Christina
Ich möchte mich im Blau des Himmels und des Meeres verlieren, ein bisschen Sonne tanken. Bin dank einer spontanen Einladung auf Malta gelandet.
Malta, Dez. 2025 (c) Foto: Gabriele Riedel
Sitze im Café am Hafen, vor mir die Bucht mit der Zitadelle. Kreuzritter und Superreiche, diese Insel hat viele Geschichten zu erzählen. So wie Christina, die wie ich dem Winter entflohen ist.
“Blue dreams” Acryl a. L., 60*50 cm, 2026
Ein Espresso, eine Zigarette und eine Handtasche mit dem passenden Lippenstift. Was braucht eine Frau mehr um sich frei zu fühlen?
Dieses Bild des kleinen, selbstgewissen Glücks hat mich nicht losgelassen und ich habe versucht diesen flüchtigen Moment für mich festzuhalten.
Ein altes italienisches Landgut, eine eifrig, konzentrierte Gruppe von Studentinnen und Studenten, ein schamhaftes Modell in der Badehose, Kerzenschein und guter Wein. Die Szenerie war intim und doch inszeniert.
Der Maestro und Gastgeber der Akademie – ein sinnenfroher, exzentrischer Kunstmaler, der mit seinem exotischen Lebenspartner eine bunte Gemeinschaft um sich herum versammelt hatte.
Das Anwesen selbst versteckte sich in einem großzügigen Park mit verwunschenen Ecken und farbenfrohen Kunstinstallationen. Eine sommerliche Bühne für Alle, eine Einladung zur Selbstinzszenierung oder auch nur ein geschützter Platz zum Träumen, Zeichnen, Schreiben.
Es gibt so viele mutige und starke Frauen deren Geschichte nie erzählt wird. Andere hingegen stehen für kurze Zeit im Rampenlicht, bevor sie wieder in Vergessenheit geraten. Ich finde das bedauerlich.
Alte Männer, mit patriarchalischen Vorstellungen aus biblischen Zeiten, dominieren die Weltpolitik und prägen unsere Vorstellungswelten.
Gerade jetzt brauchen wir weibliche Vorbilder, die für Toleranz und Menschlichkeit kämpfen, sich für Frauenrechte einsetzen, für Bildung, für Arten – und Naturschutz kämpfen. Es gibt noch viel zu tun und der Preis dafür ist oft sehr hoch.
Stellvertretend für all diese unterschiedlichen Lebenswelten habe ich sechs Frauen ausgewählt, die mich auf sehr unterschiedliche Weise beeindruckt haben und die ich deshalb portraitiert habe.
Malala Yousafzai
„Ein Kind, ein Lehrer, ein Buch und ein Stift können die Welt verändern.“
Malala ist eine pakistanische Frauen- und Kinderrechtsaktivistin und jüngste Trägerin des Friedensnobelpreises. Bildung ist ein elementares Grundrecht und die Grundlage für Demokratie.
Deshalb möchte ich mit diesem Portrait an die Geschichte von Malala, aus dem pakistanischen Swat Tal erinnern. Mit elf Jahren begann sie in einem Blog-Tagebuch über ihren Alltag unter der Herrschaft der pakistanischen Taliban zu berichten. Im Oktober 2012 hielten einige Taliban ihren Schulbus auf der Heimfahrt an, schossen ihr aus nächster Nähe ins Gesicht und verletzten sie schwer.
Anlass für den Anschlag war ihr Einsatz für das Recht auf Schulbesuch für Mädchen. Noch immer gibt es ungezählte Frauen und Mädchen weltweit, denen das Recht auf Bildung verweigert wird, damit sie versklavt und ausgebeutet werden können. Besonders gefährdet sind sie in Kriegs und Krisenzeiten.
Jane Goodall
„Auch Tiere haben eine Persönlichkeit und Gefühle.“
Ein Leben für den Naturschutz. Dank ihrem Mut und der Entschlossenheit ihrem Traum zu folgen, erhielt sie die die Chance das Verhalten von Schimpansen in freier Natur in Gombe Nationalpark in Tansania, zu erforschen.
Ihre bahnbrechenden Erkenntnisse führten im Laufe ihres Lebens zum aktiven Engagement für Arten und Naturschutz. Oberstes Ziel ist der respektvolle Umgang mit Menschen, Tieren und der Natur.
Mittlerweile setzen sich 25 Jane Goodall Institute rund um den Globus für umfassenden Natur- und Artenschutz, Bildung in nachhaltiger Entwicklung sowie globale Entwicklungszusammenarbeit ein. Jane Goodall wiederholte jedoch immer wieder, dass ihre größte Hoffnung für die Zukunft im Engagement junger Menschen liege.
Sie warb unermüdlich für diese Ideen und ist am 1. Oktober 2025 auf einer Vortragsreise in Los Angeles gestorben. Und hat uns so viel Gutes hinterlassen.
Margot Friedländer
„Wir sind alle gleich – es gibt kein christliches, muslimisches, jüdisches Blut. Es gibt nur menschliches Blut.“
Geboren als jüdische Deutsche 1921 in Berlin, deportiert 1944 ins Konzentrationslager Theresienstadt, befreit im Mai 1945, entging Margot Friedländer nur knapp dem Tod durch den nationalsozialistischen Terror. Als einzige in ihrer direkten Familie überlebte sie den Holocaust.
Nach über sechs Jahrzehnten im Exil in New York kehrte sie im Alter von 88 Jahren in ihre Heimat Berlin zurück und setzt sich dafür ein, dass das, was Millionen von Menschen ihrer Generation angetan wurde, nie wieder passieren darf.
Sie setzte sich bis ins hohe Alter von 103 Jahren für Toleranz und Menschlichkeit ein.
Sie ist am 9. Mai 2025 gestorben, solche Stimmen werden fehlen.
Seit dem Prozess (2024) gegen ihren Ex-Mann und Vergewaltiger ist die 71-jährige Französin Gisèle Pelicot zur Ikone im Kampf gegen sexuelle Gewalt geworden.
Ihr Ex-Mann betäubte sie ohne ihr Wissen durch den Einsatz starker Medikamente und lud mindestens 82 Männer in das gemeinsame Haus ein, um sie vergewaltigen zu lassen. Die Täter stammten aus allen sozialen Schichten, waren zwischen 22 und 70 Jahre alt und kommunizierten über eine Online-Chat-Seite.
Um aus der Opferrolle herauszutreten, setzte sie bei Gericht in Avignon durch, dass der Prozess nicht unter Ausschluss der Öffentlichkeit stattfand. Sie entschied sich, auf ihr Recht auf Anonymität zu verzichten und den Prozess bewusst öffentlich zu führen.
Ihr Ex-Mann wurde wegen schwerer Vergewaltigung schuldig gesprochen und zu 20 Jahren Haft verurteilt. In dem Verfahren standen neben dem Hauptangeklagten 50 weitere Männer vor Gericht, die meisten wegen des Vorwurfs der Vergewaltigung.
Nahid Taghavi, wurde wegen ihres Engagements für Frauenrechte im Oktober 2020 in Teheran verhaftet und verbrachte 220 Tage in Einzelhaft im berüchtigten Evin-Gefängnis.
Von ihrer Verhaftung bis zur Verurteilung verbrachte Nahid Taghavi mehr als sieben Monate in Isolationshaft. Sie musste ohne Bett und Kissen auf dem Boden schlafen, wurde rund um die Uhr überwacht und durfte nur 30 Minuten pro Tag mit Augenbinde an die frische Luft.
Taghavi war eine von mehreren politischen Gefangenen im Iran mit deutscher Staatsbürgerschaft und wurde im Januar 2025 nach 1500 Tagen in Haft freigelassen.
Der Iran zählt leider schon sehr lange zu den brutalsten Regimen weltweit. Im Namen der Religion werden Frauen und Männer ihrer Rechte beraubt, mit Gewalt unterdrückt und ermordet.
Umso mehr Mut erfordert es unter solchen Bedingungen zu seinen Idealen zu stehen.
Stundenlange, beschwerliche Wanderung über steinige Pfade. Bergauf, bergab und dann steht sie plötzlich auf dem Weg und freut sich über einen kleinen Plausch. Menschen kommen hier nur gelegentlich vorbei. In der Mitte der Insel gibt es keine Straßen und die Bewohner tragen alles zu Fuss und auf dem Rücken hinauf zu ihren bescheidenen Häusern.
Sie ist eine von vielen Frauen auf dieser abgelegenen Insel, die mit harter körperlicher Arbeit für das Überleben ihrer Familie sorgen. Und damit auch symbolisch für so viele andere.
Die Männer sind fortgezogen, um ihr Glück und ihr Auskommen in der Ferne zu suchen.
Die Zeiten sind irgendwie trostlos und ich begebe mich auf die Suche nach einem verloren gegangenen Lebensgefühl.
Höre die Songs meiner Heldinnen. So unterschiedlich ihre Musik auch sein mag, für mich haben sie alle etwas gemeinsam. Die Sehnsucht nach Freiheit, Rebellion und Unangepasstheit, oft verbunden mit Schmerz und Einsamkeit.
Diese Zerrissenheit und gleichzeitig auch ihre Verletzlichkeit darzustellen, mache ich zum Thema meiner neuen Portraitserie. Alle drei stehen für Kompromisslosigkeit und sind für mich ein Spiegel meiner eigenen Suche nach Authentizität.
Patti Smith
Patti Smith wird ja gerne als „Godmother of Punk“ bezeichnet, aber sie darauf zu reduzieren wird ihr nicht gerecht.
Patti Smith in Berlin 2022, Acrylpainting, Copyright Gabriele Riedel; Bildvorlage: https://de.wikipedia.org/wiki/Patti_Smith#/media/Datei:Patti_Smith_in_Berlin,_2022,_Bild_2.jpg
Mich fasziniert ihre Weigerung, sich festlegen zu lassen. Musik, Lyrik, Fotografie, Prosa sie bewegt sich zwischen den Genres, und bleibt sich dabei treu.
Patti entspricht so gar nicht dem üblichen Stereotyp einer alternden Frau. Innerlich wie Äußerlich. Jede Falte in ihrem Gesicht, ist Ausdruck von Lebendigkeit und erzählt etwas über ihr Leben.
Mich beeindrucken diese Offenheit und ihr Umgang mit dem Altern. In Bewegung bleiben, kreativ und interessiert sein und sich dem allgemeinen Optimierungswahn entziehen. Das ist auch mein Lebensmotto. Und genau diese Haltung wollte ich in ihrem Portrait sichtbar machen: Das Gesicht einer Frau, die sich selbst treu geblieben ist.
Amy Winehouse
Ihre Texte klingen, als hätte sie die Songs für sich allein geschrieben. Selbstausdruck von tiefer Liebe, Verlust und großem Schmerz. Ihre Stimme war einzigartig, ihre Musik ist echtes Soulfood.
Ihr Leben war ein Kampf mit Alkohol und Drogen, den sie verloren hat. Und dieses ewige Drama lebt weiter in ihrer Musik. Das Dunkle fasziniert und stößt uns gleichzeitig ab.
Sie selbst erschien mir als nachdenkliche und zarte Person und so wollte ich sie darstellen.
Janis Joplin
Ich liebe ihre Stimme, diese Kraft, die Rauheit. Sie hat alles gegeben, auf der Bühne und im Leben, und genau dieses Zuviel hat sie auch zerstört. Und trotzdem wenn ich Me and Bobby McGee höre, spüre ich diese Freiheit, die sie verkörpert hat.
Und mit Ihnen geht das Gefühl der Leichtigkeit, des freudvollen Müßiggangs, bald werden wir nicht mehr im Gras liegen und uns ins Himmelsblau hineinträumen. Melancholie liegt in der Luft
Es scheint mir fast, als ob uns die Natur noch einen letzten Gruß schickt, bevor sie sich zurückzieht vor dem langen Winter.
Auf meiner Palette entfache ich ein Feuerwerk der Farben und webe meinen SpätSommergruß gleich mit ins Bild hinein.
Ein Fest der Natur. Zeit für die Ernte.
Geschenke der Natur an uns Lebewesen.
Diesen Reichtum und diese Schönheit möchte ich mit meinen Blumenbildern teilen.
Da liegt er vor mir, mein Lieblingsplatz, eingerahmt vom dichten Grün der Bäume, deren Umrisse sich im Wasser spiegeln und bizarre Schatten malen.
Waldsee, 2020, / Acryl a. L. / 140*100 cm
Stille dehnt sich aus – unendlich langsam,
Sonnenstrahlen glitzern und tanzen ihr verrücktes Ballett
auf der sich sanft kräuselnden Wasseroberfläche,
Libellen beäugen mich neugierig.
Der Waldboden ist weich und warm und duftet nach Kiefernnadeln. Ich lasse mich gern darauf nieder und atme tief ein. Der Duft erinnert mich an glückliche Kindertage, mit sonnengefleckter Decke im Schatten und fröhlichem Geplanschte.
Alles ruht in der Mittagssonne, träge fließt die Zeit dahin. Meine Gedankengänge werden zäh, verlieren sich in Bedeutungslosigkeit.
Ich bin mir selbst genug, tauche die Füße ins Wasser und taste mich langsam vorwärts, die Weiden streichen über Kopf und Rücken
und ich lasse mich auf dem Rücken dem Licht entgegen treiben.
Ich bin auf La Palma, im Nationalpark Caldera de Taburiente. Die vulkanische Kraterlandschaft ist schroff und wild und einsam. Sonne, Wind und Wasser, haben hier über Jahrmillionen bizarre Gesteinsformen und tiefe Schluchten geschaffen. Der höchste Punkt ist der Roque de los Muchachos mit 2.426 Metern.
Caldera de Taburiente, La Palma, Blick vom Roque de los MuchachosDer übliche Alltagslärm ist vergessen, nur das Rauschen des Windes und das Gekrächze der Raben ist zu hören.An den steilen Hänge wachsen knorrige kanarischen Kiefern, deren Stämme sogar Waldbrände überstehen und die mit jedem Windstoß einen harziger Duft verströmen.
Wenn mir der Winter zu lang wird
zieht es mich in die Sonne und die Wärme, aber möglichst naturnah und idealerweise unter Freunde. Einfach am Strand rumhängen ist nicht so mein Ding, ich meide Länder mit brutaler Polizeigewalt und all die schönen Plätze in der Ferne sind längst nicht mehr so einsam wie vor 20 Jahren …
Und so fällt meine Wahl wieder auf die kanarischen Inseln, ozeanische und vulkanische Urgewalten wirken hier nicht nur auf die Landschaft, sondern auch auf die Menschen ein. Und das erzeugt so eine gewisse Demut und Bescheidenheit, nichtzuletzt auch bedingt durch den Vulkanausbruch 2021.
Ich bin auf einer Avocado Finca gelandet
unter Freunden, weit ab vom nächsten Dorf, am Hang des alten Kraters. Die Lage ist idyllisch, die Arbeit ist beschwerlich. Ständig geht es auf und ab, denn der biologische Anbau der Früchte und Avocados geschieht auf mehreren Terrassen.
Leider hat es mit der Wärme dieses Jahr dann doch nicht so ganz geklappt. Es regnet viel und es ist auch ziemlich kühl im Schatten der Passatwinde. Meine Freunde schauen mit Sorge auf ihre Avocadobäume, die gerade in Blüte stehen und deren dichte, zarte Blütenstände vom Regen weggewaschen werden.
Avocadoblüten
Zudem macht eine Laus den Bäumen zu schaffen und das alles mindert den Ertrag und stellt am Ende dann auch die Existenz als Produzent*in in Frage.
Seltene Pflanzen, Eindringlinge und kleine Plagegeister
Bei meinen ausgiebigen Wanderungen im Talkessel konnte ich noch einige weitere Entdeckungen machen. Die Kaktusfeige, für mich ein seit Jahrzehnten gewohnter Anblick auf dieser Insel, stirbt aus. Es entstehen regelrechte Skulpturenparks aus deren Pflanzenskeletten. Schuld trägt eine entfernte Verwandte der Cochinillalaus, eine mexikanische Emigrantin.
Cochinillalaus in AktionWas am Ende bleibtist ein Skelett aus Fasern
Und wie wunderbar grün die Landschaft dieses Jahr ist, das habe ich auch noch nie so erlebt. Meine Freunde sagen dieses grüne Gras, gehört gar nicht auf die Insel, breitet sich aber immer mehr aus. Welche Auswirkungen das langfristig auf die einheimischen Pflanzen und die Tierwelt hat, kann mir niemand sagen. Aber bekanntlich gibt es auch kleine Veränderungen mit großen Wirkungen.
Afrikanisches Pfeifengras breitet sich überall aus
Nichtsdestrotz es blüht, es summt, die Farben und Formenpalette ist üppig, Ginster, Jasmin und Orangenblüten, verströmen einen betörenden Duft. Und so manche Pflanze lässt mein Botanikerherz höher schlagen.
Zu Fuss unterwegs
Zugegeben, ich hatte kein Auto und zur nächsten Bushaltestelle hätte ich 1,5 Stunden bergauf und bergab laufen müssen. Da überlege ich mir genau wohin und warum ich gehe. Zudem war die Schlucht bedingt durch die vielen Regenfälle der vergangenen Tage für Autos unpassierbar geworden, es blieb nur die Alternative barfuss durchs Wasser. Aber wenn ich schon auf einer Insel bin, dann muss ich auch ans Meer …
Unvergesslich dann dieser abenteuerliche Ausflug durch und am Flussbett entlang, in Richtung Atlantik, Domingo en la playa de Tazacorte.
Welch ein Glück ist es doch gute, alte Freunde zu haben und besuchen zu können. Danke die Zeit mit euch war lebendig, inspirierend und auch ziemlich lustig.