Im Garten der Skulpturen

Das Schönste am Garten ist der stete Wandel mit täglich neuen Überraschungen.

Nicht alles wird dem Zufall überlassen. Ich grabe aus und pflanze um, experimentiere mit Licht und Schatten, Blattstrukturen und Pflanzenformen, kombiniere Farbtöne …

Der Garten ist groß und die Möglichkeiten sind vielfältig.

"Der gute Geist", Gartenskulptur aus Statuario Marmor
“Der gute Geist”, 60*38 cm, Statuario Marmor

Meine Skulpturen finden immer wieder einen neuen Platz mit farblich, wechselnder Begleitung. So wird auch die schönste Form, mit der Zeit vom Grün umschlungen.

Die Objekte sind  gerade so schwer, dass ich sie noch selbst heben und herumtragen kann. Das ist im Übrigen auch eine wesentliche Voraussetzung in der Bildhauerei. Falls man so wie ich, keinen Lastenkran oder ähnliche kraftsparenden Hilfsmittel zur Hand hat. Denn die Steine wollen gedreht und gewendet werden, damit sie von allen Seiten bearbeitet werden können.

"La Luna", Gartenskulptur aus Statuario Marmor
“La Luna”, Gartenskulptur aus Statuario Marmor

Mit Ausnahme von La Luna, sie steht fest auf einem 300 Jahre alten Eichenbalken.  Das gute, alte Stück Holz hat schon viel gesehen und bietet nun einer Vielzahl von Insekten eine neue Heimat und ist dadurch dem langsamen Verfall preisgegeben.

Füllhorn, Gartenskulptur aus Marmor © Gabriele Riedel Art 2018
“Füllhorn”, Marmor liebt das Licht

Das kann dem Marmor nicht so schnell passieren und ich finde es auch irgendwie tröstlich, dass mit etwas Glück meine Skulpturen Jahrzehnte, wenn nicht sogar Jahrhunderte überdauern können, wenn sich schon längst keiner mehr an mich und meine künstlerischen Experimente erinnern wird.

Zylinder aus Zement, Gips, Karton und Acryl
Zylinder aus Zement, Gips, Karton und Acryl

Ganz anders meine Spielereien aus Karton, Gips und Zement.

Sie sind Objekten im Garten der Phantasie von Andre Heller in Marrakesh nachempfunden und weil es einfach schnell gehen sollte und ich wissen wollte ob ich das auch so hinbekomme, wurde daraus eine spontane Aktion mit farbenfrohen Ergebnis, aber nichts für die Ewigkeit.

Korallenfisch, Keramik und Acryllack
“Korallenfisch”, Keramik und Acryllack

Zurück zu meinen Anfängen, in meinem Fall die Keramik, sozusagen meine künstlerische Erweckung vor vielen Jahrzehnten. Wenn es sich ergibt und ich ein Stück Ton in den Händen halte, dann lege ich los und mixe munter allerlei Materialien. Hier ein Stück Korallenskelett und Acrylfarbe aus der Sprühdose.

Steinzeug, Keramik, Bodenvasen engobiert, das Motiv eines Embryos in verschiedenen Positionen
Bodenvasen, Steinzeug, engobiert

Meine Bodenvasen, die ältesten, erhaltenen Zeugnisse meiner Kunst.

Sie trotzen seit über 40 Jahren Wind und Wetter und sind am Ende meiner ersten Schwangerschaft auf der Fussschubscheibe erstanden. Kleine Meisterstücke, auf die ich noch immer stolz bin.

Ein altes Mühlrad mit den Füßen gleichmässig am Laufen zu halten und gleichzeitig mehrere Kilo Ton im Zentrum der Töpferscheibe nach oben zu ziehen – das machen mir nicht so viele nach 😉 . Abgesehen davon, dass ich das Ganze mit einem enormen Bauchumfang bewältigt habe. Und ganz klar die Form ist absichtlich unrund, weil genauso hat sich auch mein Bauch angefühlt.

Ein letzter Sommergruß

Prachtvolle Farben, goldenes Licht, verschwenderische Fülle, die Natur gibt noch einmal alles.

Das grelle Licht, die harten Schatten, sie werden bald verblasst sein.

Der Spätsommer lässt grüßen, Acrylpainting, Acrylmalerei, 60*80 cm copyright gabriele riedel, https://gabriele-riedel-art.de
Der Spätsommer lässt grüßen, Acrylpainting, Acrylmalerei, 60*80 cm © gabriele riedel

Und mit Ihnen geht das Gefühl der Leichtigkeit, des freudvollen Müßiggangs, bald werden wir nicht mehr im Gras liegen und uns ins Himmelsblau hineinträumen. Melancholie liegt in der Luft

Es scheint mir fast, als ob uns die Natur noch einen letzten Gruß schickt, bevor sie sich zurückzieht vor dem langen Winter.

Auf meiner Palette entfache ich ein Feuerwerk der Farben und webe meinen  SpätSommergruß gleich mit ins Bild hinein.

Ein Fest der Natur. Zeit für die Ernte.

Geschenke der Natur an uns Lebewesen.
Diesen Reichtum und diese Schönheit möchte ich mit meinen Blumenbildern teilen.

Gartengeflüster

Es gibt nicht nur die duftenden, sich im Blütenblätterrausch verströmenden Geschöpfe

es gibt auch noch die giftigen, die störrischen, sich allen Widrigkeiten wiedersetzenden.

Amapola orientalis, Acryl a. L., 70*70 cm, 2025 © Gabriele Riedel Art
Amapola orientalis, Acryl a. L., 70*70 cm, 2025 © Gabriele Riedel Art

Anspruchslose Lebewesen, auf wackligen und borstigen Stängeln, unscheinbar und doch so zart.

Bereit für ihre vielflügeligen Freunde
die sie befruchten und mit aufgeregtem Flügelschlag in Schwingung bringen.

Wie verlockend sie sich inszenieren,

mal in Rosé gerne auch in Rot posierend,

sich in Sonnenstrahlen baden.

Es scheint das Leben feiert ein Fest

Mohn grüßt Pfingstrose, Acrylpainting, Acrylmalerei, 70*70 cm, 2025 © Gabriele Riedel Art, https://gabriele-riedel-art.de
Mohn grüßt Pfingstrose, Acryl a. L., 70*70 cm, 2025 © Gabriele Riedel Art

und lädt alle Bewohner des kleinen Paradieses dazu ein teilzunehmen und sich an der verschwenderischen Fülle zu bedienen.

Und so konnte auch ich der Versuchung nicht widerstehen, diese Schönheiten aus meinem Garten darzustellen, ganz einfach weil sie das Auge erfreuen.

„Hommage an Rachel Ruysch“

Ich male leidenschaftlich gerne Blumen. Einerseits weil ich einen Garten vor der Haustüre habe und andereseits weil ich meine Mitmenschen unbedingt an dieser Schönheit teilhaben lassen möchte.

Aber warum dienen Blumen seit Jahrtausenden immer wieder als beliebtes Motiv ?

Ich habe mir diese Frage gestellt und beantwortet hat sie mir dann eine Ausstellung über Rachel Ruysch in der Alten Pinakothek in München. Sie war eine sehr erfolgreiche und wohlhabende, niederländische Stilllebenmalerin des Barocks.

Sonnenblume, Kopie, Detail aus einem Bild von Rachel Ruysch, 2025, Acryl a.L., 20*20 cm, Acrylmalerei., © Gabriele Riedel Art, https://gabriele-riedel-art.de/
Sonnenblume, Kopie: Detail aus einem Bild von Rachel Ruysch, 2025, Acryl a.L., 20*20 cm

Ihre prachtvollen, täuschend echt wirkenden Blumenstillleben waren damals wie heute ein richtiger Publikumsmagnet. Und haben sich gut verkauft.

Acrylbild, Detail aus einem Stilleben, Rachel Ruysch nachempfunden
Detail aus einem Stilleben, Rachel Ruysch nachempfunden

Ich glaube wir sehnen uns nach Schönheit. Verstörende Bilder sind inzwischen alltägliche Normalität, da suchen unsere Augen und unsere Seele förmlich nach Abwechslung.

Ich war so fasziniert von ihren Kompositionen und detaillierten Abbildungen, dass ich einzelne Ausschnitte zu Übungszwecken kopiert habe. Kopieren klingt nach „ist ja ganz einfach“, ist es aber dann doch nicht!

Trichterwinde, Kopie, Detail aus einem Bild von Rachel Ruysch, 2025, Acryl a.L., 20*20 cm, Acrylmalerei., © Gabriele Riedel Art, https://gabriele-riedel-art.de/
Trichterwinde, Kopie: Detail aus einem Bild von Rachel Ruysch, 2025, Acryl a.L., 20*20 cm

Hier übe ich den genauen Blick und verstehe mit jedem Pinselstrich mehr, welche Tricks die alte Meisterin angewandt hat um Tiefe, Dynamik und Lebendigkeit ins Bild zu zaubern.

Und wer nimmt sich heute schon die Zeit einen Schmetterling zu malen, das ist der pure Luxus!

Stilleben „Hommage an Rachel Ruysch“

Hommage an Rachel Ruysch, Acrylmalerei., 80*80 cm, 2025 © Gabriele Riedel Art
Hommage an Rachel Ruysch, Acryl a. L., 80*80 cm, 2025

Letzendlich hat es dann dazu geführt, dass ich mit großem Pinsel und lockerem Strich ein Stilleben sozusagen NeoBarock kreiert habe!

 

Mein Garten als Quelle der Inspiration

„In einem Garten ging das Paradies verloren, in einem Garten wird es wiedergefunden“

Blaise Pascal

Ich überlasse mich dem Summen der Insekten und tauche ein in eine vielfältige Welt aus Blüten im schillerndsten Gewand, verführerischen Düften, und tanzenden Sonnenstrahlen. Der schönste Gartenmonat ist für mich der Mai. Dann bietet sich die Natur in ihrer unerschöpflichen Vielfalt, eine wahre Farben- und Formenpracht, belebt von einer Vielzahl an Vögeln und Insekten. Jetzt finde ich kaum Zeit zum Malen, denn der Garten ruft mit aller Macht !

Von Frühjahr bis zum Herbst fließt ein großer Teil meiner kreativen Energie in meinen Garten. Nicht nur die Blütenstauden möchten gehegt und gepflegt werden, da gibt es auch noch Gemüse vorzuziehen, die Ernte und das Verarbeiten, Sträucher zu beschneiden und vieles mehr.

Gemüsegarten Fotos von Gabriele Riedel
Der kleine Gemüsegarten

Die Kunst hierbei besteht darin, als Mensch so wenig wie möglich und doch so oft wie nötig einzugreifen. Ein steter Kreislauf aus Wachstum und Vergehen. Ich könnte ein Loblied auf die Gartenarbeit anstimmen und doch gibt es Tage wo mir die Pflanzenwelt buchstäblich über den Kopf wächst.

Gemüsegarten Fotos von Gabriele Riedel
Bei der Ernte

Da ist tatkräftige Mithilfe sehr erwünscht.