Dreams have no title

Der Gedanke gefällt mir und lässt mich nicht mehr los.

Man muss sich nicht erklären und befreit sich von irgendwelchen Zuweisungen. Gibt sich selbst und den Betrachtenden Rätsel auf und lässt seinen Ideen freien Lauf.

Dreams have no title, 2024, Acryl auf Leinwand, 50*40 cm
Dreams have no title, 2024, Acryl auf Leinwand, 50*40 cm

Eigentlich suche ich nach einem Bildmotiv für eine Ausstellung mit dem Titel: “Wie wirklich ist die Wirklichkeit?”

Und je länger ich über den Titel sinniere umso weniger fällt mir ein. Und dann fliegt mir dieser Satz wieder zu “Dreams have no title”.

Ich begebe mich auf eine innere Reise, tauche ab in die Untiefen meiner Phantasie, lasse mich treiben und gehe auf Reisen mit einem Goldfisch.

Und voilà hier ist das Ergebnis!

Mein Garten als Quelle der Inspiration

„In einem Garten ging das Paradies verloren, in einem Garten wird es wiedergefunden“

Blaise Pascal

Ich überlasse mich dem Summen der Insekten und tauche ein in eine vielfältige Welt aus Blüten im schillerndsten Gewand, verführerischen Düften, und tanzenden Sonnenstrahlen. Der schönste Gartenmonat ist für mich der Mai. Dann bietet sich die Natur in ihrer unerschöpflichen Vielfalt, eine wahre Farben- und Formenpracht, belebt von einer Vielzahl an Vögeln und Insekten. Jetzt finde ich kaum Zeit zum Malen, denn der Garten ruft mit aller Macht !

Von Frühjahr bis zum Herbst fließt ein großer Teil meiner kreativen Energie in meinen Garten. Nicht nur die Blütenstauden möchten gehegt und gepflegt werden, da gibt es auch noch Gemüse vorzuziehen, die Ernte und das Verarbeiten, Sträucher zu beschneiden und vieles mehr.

Gemüsegarten Fotos von Gabriele Riedel
Der kleine Gemüsegarten

Die Kunst hierbei besteht darin, als Mensch so wenig wie möglich und doch so oft wie nötig einzugreifen. Ein steter Kreislauf aus Wachstum und Vergehen. Ich könnte ein Loblied auf die Gartenarbeit anstimmen und doch gibt es Tage wo mir die Pflanzenwelt buchstäblich über den Kopf wächst.

Gemüsegarten Fotos von Gabriele Riedel
Bei der Ernte

Da ist tatkräftige Mithilfe sehr erwünscht.

 

 

 

Marmor, von der Idee zur Form

ein guter Geist aus Marmor
Der gute Geist, Statuario Marmor, 2022

Der Monat Mai stand ganz im Zeichen der Form. Die Vorbereitung auf das Bildhauercamp in Azzano (Italien) füllte die Wochen: Ideensuche, Ideenfindung, der Aufbau eines Modells, das mir später bei der Arbeit in Marmor als Orientierung dienen sollte. Denn beim Stein gilt: Was weg ist, ist weg. Man sollte sich also gut überlegen, was man weghaut – bevor man zum ersten Mal ansetzt.

Die Grundidee dieser Gartenskulptur war es, ein schützendes Wesen zu gestalten, inspiriert vom Qi-Gong-Prinzip: „Unten schwer und oben leicht.”

Der Prozess

Ich hatte noch einen Block aus Statuario-Marmor, der auf seine Formgebung wartete. Dieser Marmor wird ausschließlich in den Steinbrüchen von Carrara abgebaut und ist unter Bildhauern hoch geschätzt. Sein zartes Weiß und die feine, kristalline, lichtdurchlässige Struktur entfalten besonders im Licht eine ganz eigene, magische Wirkung.

Das Campo und die Umgebung

Eine wilde und grandiose Umgebung, ein kleines Bergdorf – tagsüber Hitze, Lärm und Staub, abends Feierstunden mit Blick auf die Ebene und das Meer, dazu Glühwürmchen Nächte, die man so schnell nicht mehr vergisst.

Das Ergebnis

Konzentrierte Arbeit im Kreis von Künstlerinnen und Künstlern – mit Maschinen und mit der Hand, begleitet von erfahrenen Bildhauern und bereichert durch angeregte Gespräche mit Menschen aus verschiedenen Nationen. Das Weltgeschehen und seine Krisen streiften uns dabei nur am Rande. Im Mittelpunkt stand die Arbeit am Stein: die Formgebung, die persönlichen Höhen und Tiefen bei der Arbeit am Stein.

Und im gemeinsamen Tun lernt man sich in diesen zwei Wochen ganz anders kennen – unverstellter, ehrlicher, offener. Es war eine sehr schöne Zeit.