Malala Yousafzai kämpft für das Recht auf Bildung

„Ein Kind, ein Lehrer, ein Buch und ein Stift können die Welt verändern.“

Malala Acrylpainting, Acrylmalerei, 60*50 cm, 2026, copyright gabriele riedel, https://gabriele-riedel-art.de
Malala Yousafzai: Mut, Entschlossenheit und Engagement für das Recht auf Bildung. Acryl a.L. 60*50 cm, 2026

Malala ist eine pakistanische Frauen- und Kinderrechtsaktivistin und die jüngste Preisträgerin in der Geschichte des Nobelpreises.

Aufgewachsen ist sie im pakistanischen Swat Tal. Mit elf Jahren begann sie auf einer Webseite der BBC in einem Blog-Tagebuch unter einem Pseudonym über ihren Alltag unter der Herrschaft der pakistanischen Taliban zu berichten. Denn für Mädchen war der Schulbesuch, das Hören von Musik, das Tanzen und das unverschleierte Betreten öffentlicher Räume verboten.

„Ich wollte der ganzen Welt mitteilen, was in unserem Tal passiert. Ich hatte Angst vor meiner Zukunft, die Angst war überall. Aber ich dachte wenn wir gegen die Angst kämpfen wollen, dann müssen wir mutig sein und das Wort ergreifen.“
Quelle: https://www.youtube.com/watch?v=Qv9D0ZpCHu8 (ZDF Info Doku)

Am 9. Oktober 2012 hielten einige Taliban ihren Schulbus auf der Heimfahrt an und fragten nach Malala. Ein Taliban schoss ihr aus nächster Nähe ins Gesicht und in den Hals und verletzte sie schwer. In der Folge musste sie sich wochenlang mehreren Operationen zur plastischen Rekonstruktion des Schädels und des Gesichts unterziehen.

Anlass für den Anschlag war einem Bekennerschreiben der Taliban zufolge der Einsatz Malalas für das Recht auf Schulbesuch für Mädchen.

Aktivismus und Friedensnobelpreis

Nach dem Anschlag siedelte sie mit ihrer Familie nach England über und beendete dort ihre Ausbildung.

Im Dezember 2012 wurde in Zusammenarbeit mit der UNESCO der Malalafonds gegründet, um weltweit das Recht von Kindern auf Bildung durchzusetzen.

Im Jahr 2013 wurde ihr der Friedensnobelpreis gemeinsam mit dem Inder Kailash Satyarthi zuerkannt.
Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Malala_Yousafzai

2025 FINDING MY WAY

In den vergangenen Jahren stand sie mehrfach in der Kritik, weil aus dem Mädchen Malala eine werbekräftige Marke geworden ist. Die Tatsache, dass sie sich für ihre Ideale einsetzt und in der Öffentlichkeit steht, macht sie auch von vielen Seiten angreifbar. In ihrem neuen Buch «Finding My Way» beschreibt sie ihre Sicht auf die Ereignisse.

Geld für den Unterhalt ihrer Familie

„Tatsache war, dass ich gar nicht mit dem Arbeiten aufhören konnte, selbst wenn ich es gewollt hätte. Nachdem meine Familie sich in Birmingham niedergelassen hatte, wurde ich zu unserer einzigen Einkommensquelle.“

Ihr Vater erhielt als Lehrer keine Zulassung in Großbritannien, ihre Mutter sprach kein Englisch. „Meine Vorträge brachten das Geld ein, mit dem wir die Miete bezahlten, die Schulgebühren meiner Brüder, mein Abendessen vom Imbiss – einfach alles, was wir zum Leben brauchten.“

„Ich mache mir immer mehr Sorgen“, sagt die Bildungsaktivistin. „Aber was alles nur noch schlimmer macht, ist, wie einige Länder ihre Beziehungen mit den Taliban normalisieren. Für mich ist das Verrat. Das ist komplett falsch. Ich hoffe, dass die Politiker dieser Welt den afghanischen Frauen und Mädchen zuhören. Derzeit hören sie nur den Taliban zu.“
Quelle: https://www.zeit.de/news/2025-10/23/malala-von-der-einsamkeit-der-lichtgestalt

In eigener Sache:

Ich benutze keine KI für meine Texte. Mir ist wichtig meine Gedanken selbstständig zu formulieren. Natürlich stütze ich mich dabei auch auf andere Quellen, denen ich vertraue und die ich dann auch angebe. Ich lese meine Texte mehrfach durch und überdenke das Geschriebene. Kostet zwar Zeit aber dafür verlerne ich das Denken und das Formulieren nicht. 😉

 

Starke Frauen

Fernando Botero Skulptur ,Detailansicht in Pietrasanta, Foto: Gabriele Riedel Art

Es gibt so viele mutige und starke Frauen deren Geschichte nie erzählt wird. Andere hingegen stehen für kurze Zeit im Rampenlicht, bevor sie wieder in Vergessenheit geraten. Ich finde das bedauerlich.

Alte Männer, mit patriarchalischen Vorstellungen aus biblischen Zeiten, dominieren die Weltpolitik , die Medien und unsere Vorstellungswelten. 

Gerade jetzt brauchen wir weibliche Vorbilder, die für Toleranz und Menschlichkeit kämpfen, sich für Frauenrechte einsetzen, oder für Arten – und Naturschutz kämpfen. Der Preis dafür ist oft sehr hoch und sie werden selten gewürdigt.

Selten erzählt werden die Geschichten der vielen namenlosen Frauen und Kinder, die wehrlos unter männlicher Willkür und Gewalt zu leiden haben. Oft halten sie die Versorgung der Familie aufrecht, weil die Männer gestorben oder weggegangen sind.

Stellvertretend für all diese unterschiedlichen Lebenswelten habe ich fünf Frauen ausgewählt, die mich auf sehr unterschiedliche Weise beeindruckt haben.

Jane Goodall

Ein Leben für den Naturschutz

Jane Goodall 2019, Acrylpainting, Copyright Gabriele Riedel
Jane Goodall im Jahr 2019,
Acryl a. L., 60*50 cm, 2025 © Gabriele Riedel

Mein vorerst letztes Portrait in dieser Serie.

Wie mutig und selbstbewusst kann eine junge Frau sein, wenn sie ihren Lebenstraum verwirklichen möchte?

Sie hat nie studiert, ging 1957 alleine von London nach Kenia und arbeitete zunächst in Nairobi im Nationalmuseum.

Auf Grund ihrer außergewöhnlichen Beobachtungsgabe erhielt sie Chance das Verhalten von Schimpansen in freier Natur in Gombe Nationalpark in Tansania, zu erforschen. Ihre ungewöhnliche Herangehensweise und ihre bahnbrechenden Entdeckungen lösten in der Wissenschaft ein Umdenken aus. Auch Tiere haben eine Persönlichkeit und Gefühle.

„Fünfundzwanzig Jahre lang lebte sie dort mit den wilden Schimpansen. Und dann kehrte sie 1986 ihrem kleinen Paradies den Rücken – und wurde zur unermüdlichen Aktivistin für ein Leben, in dem Mensch, Tier und Umwelt eine Zukunft haben“.
Quelle: https://janegoodall.de/jane-goodall/

Ihre Erkenntnisse führten 1977 zum Engagement für Arten und Naturschutz und zur Gründung einer Organisation, dem Jane Goodall Institut. Oberstes Ziel ist der respektvolle Umgang mit Menschen, Tieren und der Natur. Mittlerweile setzen sich 25 Jane Goodall Institute rund um den Globus für umfassenden Natur- und Artenschutz, Bildung in nachhaltiger Entwicklung sowie globale Entwicklungszusammenarbeit ein. Jane Goodall wiederholte jedoch immer wieder, dass ihre größte Hoffnung für die Zukunft im Engagement junger Menschen liege.

Sie warb unermüdlich für diese Ideen und ist am 1. Oktober 2025 auf einer Vortragsreise in Los Angeles gestorben. Und hat uns so viel Gutes hinterlassen.

Margot Friedländer

„Wir sind alle gleich – es gibt kein christliches, muslimisches, jüdisches Blut. Es gibt nur menschliches Blut.“

Margot Friedländer, Zeitzeugin des Holocaust, Acrylmalerei., 60*50 cm © Gabriele Riedel
Margot Friedländer, 2025, Acryl a. L., 60*50 cm © Gabriele Riedel

Geboren als jüdische Deutsche 1921 in Berlin, deportiert 1944 ins Konzentrationslager Theresienstadt, befreit im Mai 1945, entging Margot Friedländer nur knapp dem Tod durch den nationalsozialistischen Terror. Als einzige in ihrer direkten Familie überlebte sie den Holocaust.

Nach über sechs Jahrzehnten im Exil in New York kehrte sie im Alter von 88 Jahren in ihre Heimat Berlin zurück und setzt sich dafür ein, dass das, was Millionen von Menschen ihrer Generation angetan wurde, nie wieder passieren darf.

Unermüdlich engagierte sich Margot Friedländer für Freiheit, Demokratie und Menschlichkeit. Sie ist am 9. Mai 2025 in Berlin gestorben.

[Quelle: https://margot-friedlaender-stiftung.de/]

Eine warmherzige Frau, die Toleranz und Menschlichkeit  wahrhaftig gelebt hat.

Gisèle Pelicot

„Die Scham hat die Seite gewechselt“

Gisèle Pelicot nach der Urteilsverkündung im Prozess gegen ihren Exmann. Acrylbild
Gisèle Pelicot, 2024, Acryl a. L., 60*50 cm © Gabriele Riedel

Seit dem Prozess (2024) gegen ihren Ex-Mann und Vergewaltiger ist die 71-jährige Französin Gisèle Pelicot zur Ikone im Kampf gegen sexuelle Gewalt geworden.

Ihr Ex-Mann betäubte sie ohne ihr Wissen durch den Einsatz starker Medikamente und lud mindestens 82 Männer in das gemeinsame Haus ein, um sie vergewaltigen zu lassen. Die Täter stammten aus allen sozialen Schichten, waren zwischen 22 und 70 Jahre alt und kommunizierten über eine Online-Chat-Seite.

Um aus der Opferrolle herauszutreten, setzte sie bei Gericht in Avignon durch, dass der Prozess nicht unter Ausschluss der Öffentlichkeit stattfand. Sie entschied sich, auf ihr Recht auf Anonymität zu verzichten und den Prozess bewusst öffentlich zu führen. Sie bestand zudem darauf, dass die Bilder und Videos, die die an ihr begangenen Vergewaltigungen zeigten, öffentlich vorgeführt wurden. Damit wurde sie über die Grenzen Frankreichs hinaus zu einer Symbolfigur im Kampf gegen sexualisierte Gewalt.

Ihr Ex-Mann wurde wegen schwerer Vergewaltigung schuldig gesprochen und zu 20 Jahren Haft verurteilt. In dem Verfahren standen neben dem Hauptangeklagten 50 weitere Männer vor Gericht, die meisten wegen des Vorwurfs der Vergewaltigung.

[Quelle: Gisèle Pelicot – Wikipedia]

Großer Respekt vor ihrem Mut, diesen Prozess öffentlich zu machen und sich all dem Grauen zu stellen.

Nahid Taghavi

Deutsch-iranische Frauenrechtlerin Nahid Taghavi 2025, Acryl a. L., 60*50 cm © Gabriele Riedel
Nahid Taghavi, 2025, Acryl a. L., 60*50 cm © Gabriele Riedel

Quelle: Bilddatei: https://www.hawar.help/de/iran-deutsche-staatsbuergerin-nahid-taghavi-erneut-inhaftiert/

Nahid Taghavi,  wurde wegen ihres Engagements für Frauenrechte im Oktober 2020 in Teheran verhaftet und verbrachte 220 Tage in Einzelhaft im berüchtigten Evin-Gefängnis.

Von ihrer Verhaftung bis zur Verurteilung verbrachte Nahid Taghavi mehr als sieben Monate in Isolationshaft. Sie musste ohne Bett und Kissen auf dem Boden schlafen, wurde rund um die Uhr überwacht und durfte nur 30 Minuten pro Tag mit Augenbinde an die frische Luft.

Taghavi war eine von mehreren politischen Gefangenen im Iran mit deutscher Staatsbürgerschaft und wurde im Januar 2025 nach 1500 Tagen in Haft freigelassen.

[Quelle: https://www.amnesty.de/aktuell/iran-nahid-taghavi-wieder-frei-deutsch-iranerin-freilassung-haftentlassung ]

Unsere Frauen-Rechte und Freiheiten wurden von solchen Frauen erkämpft und sind leider inzwischen auch schon wieder bedroht.

Bäuerin auf den Kapverden

Bäuerin auf den Kapverden, 2025, Acrylmalerei, 60*50 cm © Gabriele Riedel
Bäuerin auf den Kapverden, 2025, Acryl a. L., 60*50 cm © Gabriele Riedel

2017, San Antao, Kapverden. Ich bin dieser Frau nach stundenlanger Wanderung über steile Pfade, auf dem Gipfel eines Berges, begegnet. Sie lebte dort oben ganz alleine mit ihrem Hund und ihren Hühnern. Offensichtlich war sie über unsere Begegnung sehr erfreut, bot es ihr doch die Möglichkeit zu einem kurzen Plausch.

Sie ist ein Beispiel für viele Frauen auf dieser abgelegenen Insel, die mit harter körperlicher Arbeit für das Überleben ihrer Familie sorgen. Viele Männer sind fortgezogen, um ihr Glück und ihr Auskommen in der Ferne zu suchen.

Gesichter sind für mich Landschaften des Lebens.

Intensive Erfahrungen, die Lebenseinstellung, kurz das gelebte Leben prägen sich in die Gesichtszüge ein. Es ist diese Ausdrucksstärke, die Lebendigkeit, die mich daran fasziniert.

Patti Smith

Patti ´Smith in Berlin 2022, Acrylpainting, copyright: Gabriele Riedel, Quelle: Foto von Elena Ternovaja, Patti Smith in Berlin, 2022: https://de.wikipedia.org/wiki/Patti_Smith#/media/Datei:Patti_Smith_in_Berlin,_2022,_Bild_2.jpg,
Patti Smith in Berlin 2022, Acrylmalerei von Gabriele Riedel 2025 , 60*80 cm,
Quelle: Foto von Elena Ternovaja, Patti Smith in Berlin, 2022

 

Der Sommer ist vorbei und ich bin wieder bei meinen Portraits gelandet.

Patti Smith wird ja gerne als „Godmother of Punk“ bezeichnet, aber sie darauf zu reduzieren wird ihr nicht gerecht.

Sie schreibt ihre Songtexte selbst, malt und fotografiert, ist vor Papst Franziskus im Vatikan aufgetreten und hat den Nobelpreis für Literatur in Vertretung ihres Freunds Bob Dylan entgegengenommen.

Schreibt selbst preisgekrönte Romane, lebt ihre kreative Vielfalt und lässt sich in keine Schablone pressen.

Ein bewegtes Leben, im New York der 60 und 70er Jahre, später schicksalshafte Einschnitte und Rückzug. Immer wieder Neues ausprobiert und geht jetzt mit weit über 70 Jahren immer noch auf Tour.

Sie ist sich treu geblieben

und legt nicht sehr viel Wert auf Äußerlichkeiten.

Ich reise gerne mit leichtem Gepäck, einem guten Buch und etwas zum Schreiben.“

Patti entspricht so gar nicht dem üblichen Stereotyp einer alternden Frau. Innerlich wie Äußerlich. Jede Falte in ihrem Gesicht, ist Ausdruck von Lebendigkeit und erzählt etwas über ihr Leben.

Mir gefällt diese Offenheit und ihr Umgang mit dem Altern.
In Bewegung bleiben, kreativ und interessiert sein und sich dem allgemeinen Optimierungswahn entziehen.