Das Schönste am Garten ist der stete Wandel mit täglich neuen Überraschungen.
Nicht alles wird dem Zufall überlassen. Ich grabe aus und pflanze um, experimentiere mit Licht und Schatten, Blattstrukturen und Pflanzenformen, kombiniere Farbtöne …
Der Garten ist groß und die Möglichkeiten sind vielfältig.

Meine Skulpturen finden immer wieder einen neuen Platz mit farblich, wechselnder Begleitung. So wird auch die schönste Form, mit der Zeit vom Grün umschlungen.
Die Objekte sind gerade so schwer, dass ich sie noch selbst heben und herumtragen kann. Das ist im Übrigen auch eine wesentliche Voraussetzung in der Bildhauerei. Falls man so wie ich, keinen Lastenkran oder ähnliche kraftsparenden Hilfsmittel zur Hand hat. Denn die Steine wollen gedreht und gewendet werden, damit sie von allen Seiten bearbeitet werden können.

Mit Ausnahme von La Luna, sie steht fest auf einem 300 Jahre alten Eichenbalken. Das gute, alte Stück Holz hat schon viel gesehen und bietet nun einer Vielzahl von Insekten eine neue Heimat und ist dadurch dem langsamen Verfall preisgegeben.

Das kann dem Marmor nicht so schnell passieren und ich finde es auch irgendwie tröstlich, dass mit etwas Glück meine Skulpturen Jahrzehnte, wenn nicht sogar Jahrhunderte überdauern können, wenn sich schon längst keiner mehr an mich und meine künstlerischen Experimente erinnern wird.

Ganz anders meine Spielereien aus Karton, Gips und Zement.
Sie sind Objekten im Garten der Phantasie von Andre Heller in Marrakesh nachempfunden und weil es einfach schnell gehen sollte und ich wissen wollte ob ich das auch so hinbekomme, wurde daraus eine spontane Aktion mit farbenfrohen Ergebnis, aber nichts für die Ewigkeit.

Zurück zu meinen Anfängen, in meinem Fall die Keramik, sozusagen meine künstlerische Erweckung vor vielen Jahrzehnten. Wenn es sich ergibt und ich ein Stück Ton in den Händen halte, dann lege ich los und mixe munter allerlei Materialien. Hier ein Stück Korallenskelett und Acrylfarbe aus der Sprühdose.

Meine Bodenvasen, die ältesten, erhaltenen Zeugnisse meiner Kunst.
Sie trotzen seit über 40 Jahren Wind und Wetter und sind am Ende meiner ersten Schwangerschaft auf der Fussschubscheibe erstanden. Kleine Meisterstücke, auf die ich noch immer stolz bin.
Ein altes Mühlrad mit den Füßen gleichmässig am Laufen zu halten und gleichzeitig mehrere Kilo Ton im Zentrum der Töpferscheibe nach oben zu ziehen – das machen mir nicht so viele nach 😉 . Abgesehen davon, dass ich das Ganze mit einem enormen Bauchumfang bewältigt habe. Und ganz klar die Form ist absichtlich unrund, weil genauso hat sich auch mein Bauch angefühlt.


























