Da liegt er vor mir, mein Lieblingsplatz, eingerahmt vom dichten Grün der Bäume, deren Umrisse sich im Wasser spiegeln und bizarre Schatten malen.
Waldsee, 2020, / Acryl a. L. / 140*100 cm
Stille dehnt sich aus – unendlich langsam,
Sonnenstrahlen glitzern und tanzen ihr verrücktes Ballett
auf der sich sanft kräuselnden Wasseroberfläche,
Libellen beäugen mich neugierig.
Der Waldboden ist weich und warm und duftet nach Kiefernnadeln. Ich lasse mich gern darauf nieder und atme tief ein. Der Duft erinnert mich an glückliche Kindertage, mit sonnengefleckter Decke im Schatten und fröhlichem Geplanschte.
Alles ruht in der Mittagssonne, träge fließt die Zeit dahin. Meine Gedankengänge werden zäh, verlieren sich in Bedeutungslosigkeit.
Ich bin mir selbst genug, tauche die Füße ins Wasser und taste mich langsam vorwärts, die Weiden streichen über Kopf und Rücken
und ich lasse mich auf dem Rücken dem Licht entgegen treiben.
Der Winter hat schon ein erstes, kurzes Gastspiel gegeben. Schnee und Eis bedecken die Natur.
Der Himmel leuchtet im klaren Blau, Strukturen treten feingezeichnet hervor, die Sonne wirft lange Schatten, Stille umhüllt die Landschaft, das Leben ruht.
Ostersee im Winter, 2024, Acryl a. L., 80*60 cm
Auch die Landschaft kleidet sich in vielschichtige Blautöne. Selbst die Schatten zeigen sich im zarten Eisblau bis hin zu tiefem Indigo.
Ich mag diese Stimmung. Es zieht mich hinaus zur Motivsuche, ich mache lange Spaziergänge um den Winter mit allen Sinnen zu erleben.
Alte Bäume ragen in den Himmel.
Winterstarre, 2024, Acryl a. L., 100*40 cm
Der Schnee drückt sie schwer nieder, Äste brechen unter dieser Last. Sie tragen Wunden und stellen sich gefühlte Ewigkeiten den Widrigkeiten von Wind und Wetter entgegen.
Für mich sind sie stumme Zeugen uralter Geschichten.
Es ist Lebenselexier, kann uns aufwühlen, mitreißen oder uns zur Meditation einladen.
Und manchmal tritt es in seiner vollen Gewalt auf und erinnert uns daran, wie klein wir sind.
Die Badende / 2023 / Acryl a. L. / 80*60 cm
Immer wieder zieht es mich an den Atlantischen Ozean. Seine ungezähmte Kraft, der endlose Horizont, das ewige Rauschen – all das übt eine Faszination aus, der ich mich nicht entziehen kann.
Ich verliere mich in der Betrachtung der Wellen, lasse alle Gedanken los und bestaune die Schönheit der Felslandschaft, die sich seit Jahrmillionen dem wilden Wasser entgegenstellt.
Gletscher mögen weit entfernt erscheinen, doch wirken sie in vielfältiger Weise auf das Leben unseres Planten ein. Als Teil des Kühlsystems der Erde helfen sie die globalen Temperaturen zu regulieren und sind in vielen Regionen bedeutende Süßwasserspeicher.
„Die Letzten Ihrer Art“ ist eine Verbeugung, – vor einer grandiosen Landschaft und seltsam, urzeitlichen Gestalten, – die dem Untergang geweiht sind.
Gewaltige Gletscher, eisblaue Vielfalt, unendliche Weite fernab der Zivilisation, erhabene Stille, durchbrochen vom Knacken und Ächzen der Eismassive. Diese Regionen scheinen für immer verloren zu sein.
„Die Letzten ihrer Art“, 2023, Acryl a. L., 80*60 cm
Die Idee zu dieser Serie entstand Anfang des Jahres in Erinnerung an meine Reise zum Perito Moreno Gletscher in Patagonien, 2013. Ich werde diese monumentale Naturlandschaft am Ende der Welt nie vergessen.
Bedeutet für mich meine gewohnten Wege zu verlassen, ich lasse mich ein auf das Unbekannte und schaffe neue Frei-Räume in meinem Kopf. Und mache mich frei von der täglichen Informationsflut und der allgegenwärtigen Angst. Ich beschließe dem Frühling engegen zu reisen.
Teno Gebirge, Teneriffa
Endlich wieder den Blick auf die Weite des Ozeans richten und Sonne und Kraft tanken. Ich fühle mich ganz klein in Anbetracht des schlafenden Vulkans und der Wanderung auf einsamen, alten Pfaden hoch oben in den zerklüfteten Bergen. Welche Menschen sind diese verlassenen Wege wohl über die Jahrhunderte gegangen?
An steilen Hängen am Wegesrand wachsen Kakteen in Schräglage unter widrigsten Bedingungen und aus den Felspalten drängen sich seltsame Rosetten ans Licht.
An der nächsten Biegung dann ein unverhoffter Ausblick über die Wolken zur Nachbarinsel …
Teno Gebirge Blick auf La Gomera, Teneriffa
Auf dem Weg in die Ebene wandle ich staunend durch einen uralten Zauberwald aus mannshohen Erikabäumen.
Und entdecke die seltene, rote Glockenblume, die nur auf den Kanarischen Inseln wächst.
Im Botanischer Garten widerum begegne ich tropischen und subtropischen Schönheiten in einer unbeschreiblichen Farben- und Formenvielfalt.
Botanischer Garten, Teneriffa
Fehlt noch der Ausblick auf den Atlantischen Ozean. Doch der Weg ans Ziel ist streckenweise etwas abenteuerlich.
Ich verliere mich in der Betrachtung der Wellen, lasse alle Gedanken los und bestaune die Schönheit der Felslandschaft, die sich seit Jahrmillionen dem wilden Wasser entgegenstellt.
Puerto de la Cruz, Teneriffa,
Ich tauche ein in das Rollen der Brandung, suche keine Ablenkung mehr und bin mit allen Sinnen endlich am Meer.
El Atlantico
Ein letzter Blick auf das Wahrzeichen der Insel Teneriffa, El Teide, der schlafende Vulkan. Am Abend ist das Licht dort besonders magisch.
El Teide im Abendlicht, Teneriffa
Die kanarischen Inseln gehören zu meinen Sehnsuchtsorten, ich komme immer wieder gerne dorthin zurück. Vieles hat sich in den vergangenen Jahrzehnten verändert, nicht unbedingt zum Guten. Trotzdem kann ich mich der Magie dieser Inseln nicht entziehen. Atemberaubende Landschaften, teilweise menschenleer und einzigartig. Hier fühle ich mich den Urgewalten nah und habe Respekt vor der Natur, die mir so stark und unbesiegbar erscheint.
Und so gibt es im Monat März meine fotografischen Erinnerungen zu sehen, eine meiner vielen Inspirationsquellen.